The Highland Exile

Von den Abenteuern des jungen Lukas, welchen sein akademisches Schicksal nach Schottland verbannte, wo er von Leidensgenossen umgeben unerwartete Blüten trieb.

Mittwoch, Mai 10, 2006

Trautes Heim – Ein Blick nach Hillhead

Nachdem ich bisher nur von Reisen und Ausflügen berichtet habe gewähre ich euch nun gnädig auch mal einen Blick in mein momentanes Zuhause und meinen Arbeitsplatz. Die Studentensiedlung 'Hillhead Halls of Residence' liegt am Nordrand der Stadt und ist etwa 45 Gehminuten von Bahnhof und Zentrum entfernt. Die Häuser sind wahrlich keine Augenweide, aber zumindest die Umgebung ist grün.



In einem der billigsten und schäbigsten Häuser befindet sich meine Wohnung und mein Zimmer. Auf den ersten Blick kommt es einem recht klein vor, fast wie ein Gefängnis. Aber inzwischen fühle ich mich darin sehr zu Hausse, obwohl ich nur zum arbeiten und schlafen da bin.



Unsere Küche, die ich mir mit fünf Mitbewohnern, zwei Franzosen, einem Italiener, einem Amerikaner und einem Inder teile, ist der einzige Gemeinschaftsraum. Fünf Männer, einige davon zum ersten Mal dem mütterlichen Haushalt entrissen, produzieren eine gehörige Unordnung und oft sie die Küche wesentlich schlimmer aus als so:



Damit kann meine sauberkeitsfanatische Seele nicht wirklich leben und immer wieder bekomme ich Putzanfälle, wonach die Küche dann zwar nicht blitzblank ist, aber doch zumindest so aussieht:



Gegessen wird auf einem kleinen Tisch, an dem maximal 3 Leute bequem Platz haben, es sei denn, man stellt die halbe Küche um. Hier meine Mitbewohner Jonathan und Alessandro beim Frühstück.



Was beim Essen übrig bleibt wird manchmal den Möwen gefüttert. Da Hillhead nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt ist hat es ziemlich viele und dazu noch sehr grosse Möwen auf dem Gelände. Nachts kommen die Kaninchen aus ihren Löchern, die im Moment gerade am Junge kriegen sind.





Jeden Morgen treten wir den zwanzigminütigen Marsch zur Uni an. Es ist der vielleicht schönste Schulweg, den ich je hatte. Zuerst führt er durch den wunderschönen Seaton Park, der immer wieder Preise gewinnt, vorbei an deiner Kirche gepflasterte Gassen Old Aberdeens.





Die Uni selbst ist eine der Sehenswürdigkeiten Aberdeens, da sie die zweitälteste in Schottland ist. Wunderschöne Steinbauten, innen zwar modern aber von aussen wie ein Schloss.





Inzwischen wecken diese Bilder bei mir schon etwas Nostalgie. Momentan ist nämlich die letzte Uniwoche im Gang und schon in einem Monat werde ich Hillhead verlassen und meinen Mitbewohner auf Wiedersehen sagen müssen. Ist allerdings halb so schlimm. Die letzten zwei Monate meines Aufenthalts werde ich nämlich mit zwei Mitstudenten zusammenwohnen, in diesem, für Aberdeen sehr typischen Granithaus:



Nicht schlecht, oder?